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Sitz und Geschichte

Das Museum

Das Glasmuseum entsteht im Jahre 1861 auf Initiative von Antonio Colleoni, dem damaligen Bürgermeister von Murano, und von Abt Vincenzo Zanetti, einem Liebhaber der Glaskunst. Die Idee bestand in der Einrichtung eines Archivs mit Zeugnissen zur Geschichte und zum Leben der Insel, die ab dem Fall der Republik Venedig (1797) eine lange Krisenzeit durchgemacht hatte und sich nun langsam erholt. Schon bald nimmt das Museum gegenüber dem Archiv überhand, da zahlreiche antike und moderne Glasobjekte in Form von Schenkungen der Glasöfen von Murano eingehen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder intensiv zu arbeiten begonnen haben.

Facciata Museo del vetro

Als Unterstützung für ihre Tätigkeit schließt Abt Zanetti 1862 an das Museum auch eine Schule an, in der die Glasbläser Entwerfen und die dort aufbewahrten Glasobjekte der Vergangenheit studieren.

Nach dem Anschluss von Murano an die Gemeinde Venedig im Jahre 1923 wird das Museum Teil des Kulturschatzes der Stadt. Die Sammlungen werden 1932 von Giulio Lorenzetti und Nino Barbantini neu geordnet und durch Glasobjekte aus anderen städtischen Sammlungen Venedigs bereichert. Das Museum erwirbt auf diese Weise kostbare Stücke aus der Renaissance und dank der Depots des zuständigen Amts für Archäologie danach auch eine bedeutende Sammlung antiker Glasobjekte, die von Ausgrabungen stammen. Ankäufe und Schenkungen setzen sich im Laufe der Zeit fort und erweitern die Sammlungen auch um zeitgenössische Werke.

Foto storica Museo del Vetro

Der Palast

Der Palast des Glasmuseums entsteht als Patrizierwohnhaus mit den typischen Formen des Flamboyantstils, von dem in der Säule mit Kapitell im Atrium und an den Fenstern der Fassade zum Innenhof Spuren verblieben sind. 1689 verlegte der Bischof von Torcello, Marco Giustinian, seinen Sitz hierher und erwarb in der Folge den Palast, um ihn der Diözese zu schenken. Daraufhin wird er nach den Plänen des Architekten Antonio Gaspari von Grund auf renoviert.

Von diesen Jahren bleibt im ersten Hauptgeschoss die Decke im zentralen Salon mit Fresken von Francesco Zugno (1709-1787), mit Quadraturmalereien (architektonischen Motiven) von Francesco Zanchi (1734-1772), die den Triumph von San Lorenzo Giustiniani darstellen, eines Vorfahren der Familie, der der erste Patriarch von Venedig war.

Facciata interna del Museo

Der Palast bleibt bis zur Auflösung der Diözese Torcello im Jahre 1805 Sitz der Diözese; in der Folge geht er an das Patriarchat Venedig, das ihn 1840 an die Gemeinde Murano verkauft, zu deren Sitz er wird. 1861 findet das erste Kernstück des Archiv-Museums der Insel hier im zentralen Salon seinen Platz und dehnt sich schließlich nach und nach auf das gesamte Gebäude aus. 1923 wird Murano Teil der Gemeinde Venedig, die damit auch den Palast und das Museum erwirbt.

interno del Museo